Vergleicht man die betriebliche Altersvorsorge mit der privaten, so fallen vor allem zwei wesentliche Unterschiede auf:

  1. Nur bei der betrieblichen Altersvorsorge besteht die Möglichkeit, dass auch der Arbeitgeber einen Beitrag leistet.
  2. Nur bei der betrieblichen Altersvorsorge können Teile des unversteuerten Einkommens in Form einer Entgeltumwandlung verwendet werden, was zu erheblichen Steuerersparnissen führt.

Diese beiden Eigenschaften stellen einen erheblichen Vorteil gegenüber der privaten Altersvorsorge dar, weswegen jedem, der die Möglichkeit dazu hat, die Nutzung der betrieblichen Altersvorsorge dringend zu empfehlen ist.

Wie erfolgt die Auswahl des Durchführungsweges?

Gesetzlich vorgeschrieben ist für den Arbeitnehmer das Recht auf eine Entgeltumwandlung zum Zweck der betrieblichen Altersvorsorge. Allerdings hat er dabei kein grundsätzliches Wahlrecht, was den Durchführungsweg betrifft: Nur wenn der Arbeitgeber ihm kein eigenes Konzept vorschlägt, darf der Arbeitnehmer die Durchführung in Form einer Direktversicherung verlangen (§ 1a BetrAVG).

Es gibt aber durchaus auch Arbeitgeber, die zwar noch kein eigenes Konzept haben, dem Arbeitnehmer jedoch bei der Auswahl ein freies Wahlrecht einräumen. In diesem Falle kann der Mitarbeiter also tatsächlich aus mehreren Möglichkeiten bzw. Durchführungswegen auswählen. Wenn diese Situation eintritt, aber auch wenn Sie als Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge aufbauen möchten, dann empfiehlt sich vor der Entscheidung ein gründlicher Vergleich der verschiedenen Varianten.

Vergleich bei der betrieblichen Altersvorsorge – hierauf kommt es an

Wenn Sie als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber in die Situation kommen, den Anbieter für Ihre betriebliche Altersvorsorge zu wählen, dann sollten Sie dabei einiges beachten.

Zunächst ist es natürlich wichtig, um welchen Durchführungsweg es sich handelt und ob dieser für die konkrete Situation geeignet ist. So kommt beispielsweise für ein zweites Dienstverhältnis nur eine Unterstützungskasse in Frage. Auch wenn Sie bzw. Ihre Angestellten sehr gut verdienen und Ihnen die steuerlichen Freibeträge bei der Beitragszahlung in Höhe von 4 Prozent der BBG nicht ausreichen, scheiden einige Durchführungswege von vornherein aus.

Für andere Personen wiederum kann es von besonderer Bedeutung sein, ob die Höhe der Beiträge nachträglich verändert werden kann. Dies ist

  • bei der Direktversicherung in beide Richtungen unbeschränkt
  • bei der Pensionszusage nur nach oben
  • bei der Unterstützungskasse ebenfalls nur nach oben
  • bei der Pensionskasse in beide Richtungen mit Begrenzungen
  • beim Pensionsfonds in beide Richtungen unbeschränkt

möglich. Ebenfalls wichtig ist die Frage, was mit der betrieblichen Altersvorsorge passiert, wenn der Mitarbeiter das Unternehmen vor dem Erreichen des Rentenalters verlassen möchte. Eine Kündigung ist grundsätzlich nicht möglich, wohl aber eine

  • Setzung des Vertrages auf ruhend (bei allen Varianten)
  • private Weiterführung (nur bei Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds)
  • Mitnahme zum neuen Arbeitgeber (unter bestimmten Voraussetzungen)

Erst, wenn Sie aufgrund des Vergleichs die Entscheidung für einen bestimmten Durchführungsweg getroffen haben, sollte die Suche nach einem konkreten Anbieter beginnen. In dieser Phase spielt es dann auch eine Rolle, wie hoch die Beiträge sind und wie die Konditionen für den Einschluss zusätzlicher Leistungen (Invaliditätsrente und Hinterbliebenenversorgung) sind.