Was ist der Gebäudeversicherungswert von 1914 und wozu dient er?

Beim Gebäudeversicherungswert von 1914 (kurz 1914er Wert) handelt es sich um einen fiktiven Rechenwert, um bei der Ermittlung eines jeden Gebäudes eine einheitliche Basis zu haben. Das Jahr 1914 wurde zugrunde gelegt, da es das letzte Jahr mit stabilen Baupreisen war und die Währung (Goldmark) durch Goldreserven gedeckt war, bevor die Preise infolge des ersten Weltkriegs explodierten.

Um den heutigen Wert eines Gebäudes zu ermitteln, wird das Gebäude zunächst auf den Wert von 1914 zurück gerechnet (Wie das genau funktioniert – siehe Wertermittlungsbogen im nächsten Abschnitt). Auf dieser Basis erfolgt dann die Multiplikation mit dem so genannten Baupreisindex. Dieser Index (1914 = 100) liegt aktuell für das Jahr 2014 bei 1.288 Punkten. Im Vergleich zu 1914 also ein Faktor von 12,88. Bei einem Neubauwert in 2014 von beispielsweise 200.000 Euro ergibt sich also ein Wert für 1914 von 15.528 Goldmark (200.000 : 12,88). Währungsunterschiede (Goldmark, DM oder Euro) sind in diesem Zusammenhang bereits berücksichtigt und müssen nicht weiter beachtet werden.

Der Wert von 1914 ist ausschließlich für die versicherungstechnische Einwertung des Gebäudes geeignet. Für Kauf oder Verkauf ist natürlich der Verkehrswert eines Gebäudes maßbeglich.

Der Wertermittlungsbogen – wie ein Gebäude richtig eingewertet wird

Mit Hilfe eines Wertermittlungsbogens lässt sich der Gebäudewert zum Jahr 2014 anhand von folgenden Kriterien einwerten:

  • Gebäudetyp
  • Ausstattung
  • Wohnfläche
  • Unterkellerung
  • Garage/ Carport

Beim Gebäudetyp wird zunächst hinsichtlich der Geschosse unterschieden. Je nach Gebäudetyp werden unterschiedliche Quadratmeterpreise zugrunde gelegt. Dabei wird unterschieden, ob das Gebäude unterkellert ist oder ab das Dachgeschoss ausgebaut ist oder nicht. Für ein einstöckiges Gebäude mit ausgebautem Dachgeschoss und Keller werden beispielsweise 165 Euro pro Quadratmeter für die Berechnung zugrunde gelegt.

Bei der Ausstattung werden Aufwertungen wie zum Beispiel Parkettböden, Leichtmetallfenster, hochwertige Sanitäreinrichtungen, Fußbodenheizung oder Solaranlagen positiv berücksichtigt. Einfache Ausführungen – zum Beispiel PVC-Böden, Einfachverglasung oder Ofenheizung – führen hingegen zu Abschlägen bei der Bewertung des Quadratmeterpreises.

Der aus Gebäudetyp und Ausstattung ermittelte Preis pro Quadratmeter wird im Anschluss mit der vorhandenen Wohnfläche (ohne Keller) multipliziert. Die Größe des Kellers wird zusätzlich mit 15 Mark multipliziert und zählt ebenfalls zum Gebäudewert hinzu. Ist eine Garage oder ein Carport vorhanden, wird auch dies zum pauschalen Festpreis von 700 Mark in die Wertermittlung mit einbezogen.

In der Summe erhält man die Versicherungssumme von 1914 als Grundlage für die Berechnung der Wohngebäudeversicherung. Mit Hilfe des abgebildeten Wertermittlungsbogens kann der 1914er Wert problemlos für alle Gebäudetypen ermittelt werden.

Tarifvergleich zur Wohngebäudeversicherung

Hat man den Wert für das zu versichernde Gebäude ermittelt, gilt es, den richtigen Tarif am Markt zu finden. Neben dem Gebäudeversicherungswert von 1914 sind hierfür natürlich auch die weiteren Leistungswünsche des Versicherungsnehmers relevant.

Hierbei sollten vor allem finanzielle Entschädigungsgrenzen beachtet werden. Die VHV unterscheidet beispielsweise bei Aufwendungen für umgestürzte Bäume zwischen einer maximalen Entschädigung von 5.000 Euro im Klassik-Tarif und maximal 10.000 Euro im Exklusiv-Tarif. Auch zusätzliche Entschädigungen wie zum Beispiel Graffitischäden und mutwillige Beschädigung werden im Exklusiv-Tarif mit bis zu 10.000 Euro entschädigt, im Klassik-Tarif ist diese Leistung hingegen gar nicht enthalten.

Daher sollte man neben dem reinen Preis auch die Leistungsunterschiede der verschiedenen Anbieter berücksichtigen. In unserer Beratung geben Sie an, welche Zusatzleistungen Ihnen wichtig sind. Außerdem ist noch relevant, ob es neben der reinen Gebäudeversicherung weitere Dinge wie zum Beispiel Photovoltaik-Anlagen oder Mobiliarverglasungen gibt, die abgesichert werden sollen.

Auf Basis dieser Angaben erhalten Sie einen differenzierten Marktvergleich mit den günstigsten Anbietern und Tarifen. Die Absicherung von Elementarschäden ist dabei jeweils optional mit aufgeführt. Entscheidet man sich zusätzlich für die Absicherung von Elementarschäden, kann es im Gesamtpaket auch hierbei Änderungen an der preislichen Reihenfolge geben.