Als Bauherr sollte man verschiedene Dinge beim Versicherungsschutz beachten. Je nach vorhandener Absicherung (z. B. im Rahmen der Privathaftpflichtversicherung) sind die folgenden Absicherungen zu empfehlen:

  • Bauherrenhaftpflicht
  • Bauleistungsversicherung
  • Feuerrohbauversicherung

Was die genannten Versicherungen im Einzelnen beinhalten und ob eine Absicherung im Einzelfall tatsächlich notwendig ist zeigen die folgenden Ausführungen.

Bauherrenhaftpflicht

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung sichert den Bauherren gegen gesetzliche Haftpflichtansprüche, die aus einer möglichen Verletzung seiner Verkehrssicherungspflichten (z. B. mangelnde Beleuchtung, fehlende Warnschilder) im Rahmen des Bauvorhabens resultieren könnten. Der Bauherr haftet in jedem Fall für die ordnungsgemäße Absicherung, selbst wenn er seine Verkehrssicherungspflichten auf den Bauleiter delegiert.

Allerdings ist dieses Bauherrenrisiko im privaten Bereich bereits durch die Privathaftpflichtversicherung und im gewerblichen Bereich durch die Betriebshaftpflichtversicherung eingeschlossen. Diese Absicherung ist in den meisten Verträgen jedoch auf eine bestimmte Bausumme begrenzt (z. B. 200.000 Euro in der Privathaftpflicht „Exklusiv“ der VHV Versicherung). Wie hoch die Absicherung in der vorhandenen Haftpflichtversicherung ist, sollte der Bauherr vor Baubeginn nachsehen, um ggf. eine Differenz durch eine Bauherrenhaftpflichtversicherung abzusichern.

Bauleistungsversicherung

Die Bauleistungsversicherung sichert das Bauvorhaben gegen unvorhersehbare Schäden an versicherten Bauleistungen ab. Diese unvorhersehbaren Schäden können beispielsweise durch Witterungseinflüsse wie Sturm oder Überschwemmung auftreten. Aber auch vorsätzliche oder mutwillige Beschädigung durch Unbekannte (Vandalismus) sowie Diebstahl von mit dem Gebäude verbundenen Dingen sind im Versicherungsumfang eingeschlossen.

Vorteilhaft ist es, wenn die Bauleistungsversicherung als eine so genannte Allgefahrendeckung definiert ist. Damit sind grundsätzlich alle Gefahren abgedeckt, die nicht explizit ausgeschlossen sind. Zum Ausschluss gehören in der Regel Feuerschäden. Dieses Risiko sollte zusätzlich über eine Feuerrohbauversicherung abgeschlossen werden.

Feuerrohbauversicherung

In einer Feuerrohbauversicherung sind alle Schäden abgesichert, die durch Feuer entstehen können. Hierzu zählen insbesondere:

  • Blitzschlag
  • Brand
  • Explosion
  • An- oder Abprall von Flugkörpern
  • Anpassungsmöglichkeiten
  • Zusatzleistungen

Darüber hinaus sind in der Regel auch Folgeschäden durch Rauch, Ruß oder Löschwasser im Versicherungsschutz enthalten. Auch Abbruch- und Aufräumungskosten werden erstattet, sofern die Ursache durch Feuer entstanden ist.

Die Feuerrohbauversicherung wird von vielen Anbietern kostenfrei angeboten, sofern die Wohngebäudeversicherung später beim gleichen Versicherer abgeschlossen wird. Daher ist es sinnvoll, bereits mit Baubeginn eine Wohngebäudeversicherung abzuschließen. Die Feuerrohbauversicherung endet mit dem Tag des Einzugs und geht dann automatisch in die Wohngebäudeversicherung über. Daher sollte man seiner Versicherung mitteilen, wann man das Gebäude bezogen hat.

Was man bei der Übernahme einer Bestandsimmobilie beachten sollte

Um eine Versicherungslücke zu verhindern, geht die Gebäudeversicherung beim Erwerb eines Gebäudes automatisch auf den Käufer über. Dies ist im Versicherungsvertragsgesetz geregelt. Nach Eintragung als Neueigentümer ins Grundbuch besteht jedoch innerhalb eines Monats ein außerordentliches Kündigungsrecht, um ggf. Tarif und Anbieter zu wechseln.

In jedem Fall sollte man aber die vorhandene Police prüfen, ob die Versicherungssumme und der Versicherungsumfang noch zeitgemäß und ausreichend ist. Je nachdem, wie alt die vorhandene Police und die dazu gehörigen Bedingungen sind, ist neben einem verbesserten Versicherungsschutz häufig auch eine günstigere Prämie möglich.